Chauffeur mit Kisten

Zwischen Stau, Scanner und blauen Kisten: unterwegs mit einem Galexis-Chauffeur

13. März 2026

Sie werden geplant, gescannt, geladen und geliefert. Wir begleiten Galexis-Chauffeur Alban einen Nachmittag lang durch Genf und werfen einen Blick hinter die Kulissen einer Logistik, in der Präzision, Technik und Menschlichkeit zusammenkommen.

Es herrscht viel Betrieb, als ich im Distributionszentrum Lausanne-Ecublens ankomme. Überall stehen blaue Galexis Kisten herum, Lieferfahrzeuge werden ein- und ausgeparkt, die Chauffeure beladen ihre Fahrzeuge. „Wir müssen leider noch etwas warten“, erklärt mir Alban. Seine Tour ist auf 15 Uhr geplant. Die ersten, die sich jetzt bereitmachen, fahren um 13:30 Uhr los. „Je länger die Fahrstrecken sind, desto früher muss der Chauffeur los. Meine Tour ist in der Stadt Genf, da gibt es keine langen Distanzen.“

Die Kisten stapeln sich.
Die Kisten stapeln sich.
Als wir zurückkommen, sind viele Kisten bereits verladen.
Als wir zurückkommen, sind viele Kisten bereits verladen.

Wir haben also noch etwas Zeit, um einen Kaffee zu trinken. Alban ist 35 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Ursprünglich stammt er aus dem Kosovo, hat aber einen grossen Teil seiner Kindheit in Deutschland verbracht. „In der Nähe von Paderborn“, verrät er mit einem Lächeln. „Irgendwann möchte ich mit meinen Söhnen hinfahren und ihnen die Stadt zeigen.“ Inzwischen lebt Alban in der Nähe des Distributionszentrums. „Ich habe nur ein paar Minuten bis zur Arbeit. Das ist schön, denn so kann ich zwischen der Morgentour und der Nachmittagstour gemeinsam mit meinen Kindern zu Mittag essen.“

Zurück in der Spedition prüft Alban am Computer, ob die Bestellungen von unserer Tour schon verarbeitet wurden. Noch nicht, aber das sei ganz normal zu dieser Zeit. Darum holt Alban jetzt erstmal seinen Scanner dem Schrank. „Die Scanner verwenden wir erst seit kurzem“, erklärt er mir, „seit wir hier in Ecublens SAP eingeführt haben.“ SAP ist die neue EWM- und ERP-Software von Galexis. Im März 2025 wurde die Lagerverwaltung im Distributionszentrum in Ecublens auf die neue Software umgestellt. Ebenso laufen die gesamte Rechnungsverarbeitung und Rechnungsstellung bereits über SAP. Ende August 2026 wird auch das Distributionszentrum in Niederbipp umgestellt, sodass danach die ganze Firma mit SAP arbeitet. Diese Umstellung war nötig, weil das alte IT-System ans Ende seiner Lebensdauer kommt. Die Einführung des neuen Systems ist eine wichtige Investition in die Zukunft, um die Versorgung für alle Akteure sicherer, effizienter und transparenter zu machen.

Seit der Einführung von SAP sind die Scanner im Einsatz.
Seit der Einführung von SAP sind die Scanner im Einsatz.

Was sind EWM und ERP?

ERP (Enterprise Resource Planning) bezeichnet eine Softwarelösung, die zentrale Geschäftsprozesse wie Einkauf, Produktion, Lagerverwaltung, Vertrieb und Buchhaltung in einem System zusammenführt. Ziel ist es, Daten und Abläufe zu vereinheitlichen, um Effizienz und Transparenz im Unternehmen zu erhöhen.
EWM (Extended Warehouse Management) ist speziell für die Steuerung und Optimierung komplexer Lagerprozesse zuständig. Es ermöglicht eine detaillierte Verwaltung von Beständen, Lagerplätzen und Materialflüssen und unterstützt Unternehmen mit hohen Anforderungen an Logistik und Supply Chain.

Seit der Einführung von SAP hat sich Albans Arbeit verändert. Früher fand alles auf Papier statt, heute prüft er mit dem Scanner jede Kiste. „Das System sagt uns genau, ob wir alles dabeihaben und ob beim Kunden nichts fehlt“, erklärt er. Für Alban war das zunächst ungewohnt, aber inzwischen sieht er die Vorteile: weniger Fehler, mehr Sicherheit. Die Umstellung auf die neuen Geräte ist nicht immer einfach. Ein Kollege kommt mit seinem Scanner zu Alban. Er könne sich nicht einloggen. Alban verschwindet kurz. Als er zurückkommt, winkt er mit dem Gerät. „Der Scanner war gesperrt, ich musste ihn am Computer entsperren.“

Mittlerweile rollen die ersten Kisten unserer Tour an. Zeit, das Lieferfahrzeug vorzufahren. Vor dem Einsteigen wischt Alban den Fussraum aus. „Ich mag es gerne ordentlich“, erklär er mit einem entschuldigenden Schulterzucken. Dass Alban auf Ordnung besteht, sehe ich, als er die ersten Kisten scannt und einlädt. Feinsäuberlich gestapelt und nach Kunde sortiert. Noch fehlen ein paar Kisten. „Wir müssen leider noch ein wenig warten.“ Auch das gehört dazu, denn die Bestellschlüsse und die Abfahrtszeiten der Chauffeure liegen nah beieinander. Ungeduldig blickt er auf die Uhr.

chauffeur mit kisten
Die Kisten werden sorgfältig verladen.
Die Kisten werden sorgfältig verladen.

Dann sind die letzten Kisten eingeladen und wir machen uns auf den Weg. „In rund 40 Minuten sind wir beim ersten Kunden“, sagt Alban. Und fügt dann mit einem Lächeln hinzu: „Falls wir keinen Stau haben.“ Erst kurz vor Genf nimmt der Verkehr zu. Und bald geht es nur noch im Schritttempo voran. „Da vorne wäre unsere Ausfahrt. Ein Kilometer.“ Viel Zeit verlieren wir zwar nicht, trotzdem wäre ich als Fahrer ärgerlich geworden. „Man gewöhnt sich daran. Und es bringt ja nichts, sich aufzuregen“, sagt Alban nur. Kurz darauf erreichen wir unsere erste Station.

Alban macht das nicht zum ersten Mal. Routiniert greift er zu den richtigen Kisten und scannt diese ab. Mich überrascht, dass Alban mit einem noch grösseren Stapel Kisten aus der Apotheke zurückkommt. „Das sind die leeren Kisten von gestern Abend und heute Morgen.“ Alban sortiert Deckel, kleine Kisten und grosse Kisten. Mir fallen die vielen Kühlboxen auf, die jeweils drei zusätzliche Handgriffe erfordern, bis sie aufgeräumt sind. „Die Kühlsendungen haben deutlich zugenommen“, sagt Alban. „Da braucht man ein bisschen länger, bis alles eingeräumt ist.“

Auch beim Ausladen kommen die Scanner zum Einsatz. Zuerst einloggen, ...
Auch beim Ausladen kommen die Scanner zum Einsatz. Zuerst einloggen, ...
… dann scannen.
… dann scannen.
Alban nimmt mehr Kisten zurück, als er abgeliefert hat, ...
Alban nimmt mehr Kisten zurück, als er abgeliefert hat, ...
... darunter auch viele Kühlboxen, die separat ausgepackt werden müssen.
... darunter auch viele Kühlboxen, die separat ausgepackt werden müssen.

Wirklich lange dauert es trotzdem nicht, und wir sind wieder unterwegs. Unterwegs sein, sagt Alban, sei das Schöne an diesem Job. „Und auch mit den Kunden ist es sehr schön. Viel Zeit für Gespräche habe ich zwar nicht, ein Lächeln und ein paar freundliche Worte liegen aber immer drin. Und mit der Zeit lernt man sich doch etwas kennen.“ Da halten wir bereits wieder. Alban springt aus dem Fahrzeug und versorgt den nächsten Kunden mit der bestellten Ware.

Zwei Stationen später kommen wir nochmal auf Galexis als Arbeitgeberin zu sprechen. „6 Jahre bin ich jetzt bei Galexis“, sagt Alban. „Wir haben eine super Stimmung im Team. Auch Laurent, der Leiter des Standorts, kommt regelmässig zu uns und erkundigt sich, wie es läuft. Ich bin sehr zufrieden hier.“

Dann sind wir schon bei der letzten Apotheke unserer Tour. Inzwischen ist es dunkel, und es hat viel Verkehr auf der Strasse. Ich bin beeindruckt, wie Alban hier den Überblick behält. „Übungssache“, erklärt er. „Aber man muss immer aufmerksam sein.“ Wir steigen ein letztes Mal aus. Alban verlädt die Kisten und überquert die Strasse. Gut, ist die Arbeitskleidung auch im Dunkeln sichtbar.

Als wir zurück nach Ecublens fahren, stapeln sich die leeren Kisten bis zur Decke. Der Tag mit Alban hat mir gezeigt: Gesundheitslogistik ist mehr als reiner Transport, es ist ein Zusammenspiel aus Präzision, Technik und Menschen, die mit Leidenschaft dafür sorgen, dass Patienten ihre Medikamente rechtzeitig erhalten.

"Wichtige Medikamentenlieferung". Nicht immer sind gute Parkplätze verfügbar, da hilft die Information hinter der Windschutzscheibe.
"Wichtige Medikamentenlieferung". Nicht immer sind gute Parkplätze verfügbar, da hilft die Information hinter der Windschutzscheibe.
Bis zum Schluss ist Alban mit einem Lächeln dabei.
Bis zum Schluss ist Alban mit einem Lächeln dabei.
Dank der Arbeitsbekleidung ist Alban auch im Dunkeln gut zu sehen.
Dank der Arbeitsbekleidung ist Alban auch im Dunkeln gut zu sehen.

Alle Informationen zur SAP-Einführung bei Galexis finden Sie im Kundenportal unter www.e-galexis.com

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