08. Dezember 2025
20. Januar 2026
Wir ziehen eine ausgesprochen positive Bilanz. Seit dem Start der Seminarreihe 2025 konnten wir rund 2’500 Fachpersonen aus Ärzteschaft und Praxis gezielt unterstützen. Von den Teilnehmenden haben 85% die Onlinesessions
absolviert. In diesem Quartal starten nochmals 15 Seminare mit 25 Teilnehmenden.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor war dabei unsere dignitätenspezifische Ausbildung. In diesem Punkt waren wir nahezu einzigartig unterwegs. Statt generischer Inhalte haben wir die Schulungen konsequent auf Fachrichtungen und konkrete Anwendungssituationen ausgerichtet. Genau das wurde von den Teilnehmenden als besonders hilfreich und praxisrelevant wahrgenommen.
Das grosse Interesse und die konstant hohe Nachfrage zeigen deutlich: Der Bedarf an klarer, verständlicher und fachlich präziser Einordnung von TARDOC und ambulanten Fallpauschalen ist enorm. Die Rückmeldungen aus dem Alltag sind entsprechend stark – sie bestätigen, dass unsere Formate Orientierung geben, Sicherheit schaffen und im Praxisbetrieb unmittelbar Wirkung entfalten.
Klar in der konkreten Anwendung im Praxisalltag. Viele Fachpersonen verstanden grundsätzlich die Systemlogik von TARDOC, hatten aber grosse Unsicherheit bei der Frage: Was bedeutet das konkret für meine Leistungen, Dignität
und Abrechnung?
Besonders hoch war der Bedarf bei Leistungsabgrenzungen, bei der korrekten Interpretation von Zeit- und Zusatzleistungen sowie im Zusammenspiel mit ambulanten Fallpauschalen. Auch die Auswirkungen auf bestehende
Prozesse in Praxis und Klinik – von der Leistungserfassung bis zur internen Schulung des Teams – wurden stark nachgefragt. Genau hier setzten unsere Seminare an: nicht theoretisch, sondern fallbasiert, dignitätenspezifisch
und praxisnah. Unser Anspruch war und ist, Komplexität zu reduzieren und Sicherheit zu schaffen, damit Fachpersonen
TARDOC nicht nur verstehen, sondern souverän anwenden können.
Besonders komplex wurden vor allem jene Aspekte wahrgenommen, die direkte finanzielle und organisatorische
Auswirkungen auf den Praxisalltag haben.
An erster Stelle stand die korrekte Abgrenzung und Kombination von Leistungen, insbesondere bei zeitbasierten Positionen, Zusatzleistungen und parallelen Leistungen. Viele Ärztinnen und Ärzte waren unsicher, welche Leistungen
kumulierbar sind, wo Limitationen greifen und wie sauber dokumentiert werden muss.
Ebenfalls als anspruchsvoll empfunden wurden die dignitätsabhängigen Leistungszuordnungen. Die Frage, welche Leistungen in welcher fachlichen Verantwortung abgerechnet werden dürfen, führte zu grossem Klärungsbedarf. Hinzu kamen die Schnittstellen zu den ambulanten Fallpauschalen sowie die Auswirkungen auf interne Abläufe: Leistungserfassung, Delegation im Team, Schulung der Praxisassistenzen und die Zusammenarbeit mit Abrechnungsdiensten.
Zentrale Punkte sind die EDV- und Praxisinformationssysteme. Viele Systeme sind zum Start noch nicht vollständig bereit oder nur teilweise korrekt parametriert. Wenn Leistungskataloge nicht aktuell sind oder Logiken im Hintergrund fehlen, entstehen automatisch Fehlbuchungen – selbst dann, wenn die Fachpersonen fachlich korrekt abrechnen möchten.
Ein weiterer typischer Fehler ist die Übertragung alter Denkmuster aus dem bisherigen Tarifsystem. TARDOC folgt einer anderen Logik. Wer Leistungen «wie früher» erfasst, riskiert falsche Kombinationen, nicht zulässige Kumulationen oder unvollständige Dokumentationen. Aus diesem Grund haben wir ergänzend sogenannte Sprechstunden eingerichtet.
Diese bieten Teilnehmenden die Möglichkeit, konkrete Fragestellungen aus ihrem eigenen Praxisalltag einzubringen – direkt, fokussiert und lösungsorientiert. Es geht nicht um Theorie, sondern um reale Fälle: Abgrenzungen, Kombinationen, EDV-Themen oder Unsicherheiten in der Umsetzung.
Gerade in der Anfangsphase von TARDOC ist dieses Format zentral. Es schliesst die Lücke zwischen Schulung und Anwendung und hilft, Fehler frühzeitig zu vermeiden. Die Resonanz zeigt klar: Der Bedarf an individueller Klärung ist hoch.
Die wichtigste Lehre ist klar und eindeutig: Der Erfolg solcher Reformen steht und fällt mit den richtigen Fachpersonen und Organisationen an Bord. Tarif- und Abrechnungssysteme sind hochkomplex. Sie lassen sich nur dann sinnvoll vermitteln, wenn Inhalte von fachlich ausgewiesenen, praxisnahen und glaubwürdigen Expertinnen und Experten getragen werden – und von Organisationen, die die Realität im Praxis- und Klinikalltag wirklich kennen. Genau das hatten und haben wir bei
MediCongress konsequent umgesetzt.
Darüber hinaus hat sich gezeigt, wie zentral frühe, strukturierte und differenzierte Wissensvermittlung ist. Reformen brauchen Übersetzung: weg von der Systemebene, hin zur konkreten Anwendung. Dignitätenspezifische Formate, interaktive Schulungen und direkte Austauschmöglichkeiten sind dabei kein Nice-to-have, sondern Voraussetzung.
Diese Erkenntnisse nehmen wir mit – auch für künftige Reformen. Unser Anspruch ist, relevante Veränderungen nicht nur zu erklären, sondern gemeinsam mit den richtigen Partnern so aufzubereiten, dass sie im Alltag funktionieren.
Ja, klar – und bewusst mit einem gestuften Ansatz.
Wir werden die bestehenden Seminare sowie die Sprechstunden bis Ende März 2026 weiter anbieten. Damit stellen wir sicher, dass Fachpersonen auch rund um den Start von TARDOC laufend Unterstützung erhalten und offene Fragen zeitnah klären können.
Darüber hinaus planen wir ab Herbst 2026 erneut dignitätenspezifische Seminare. Diese Formate bauen gezielt auf den ersten Praxiserfahrungen auf. Im Fokus stehen dabei unter anderem die Neuerungen per 1.1.2027, aber auch weitere zentrale Anpassungen und Learnings aus der Anwendung.
Unser Anspruch ist klar: nicht einmal schulen und dann loslassen, sondern kontinuierlich begleiten. TARDOC entwickelt sich weiter – und wir sorgen dafür, dass Fachpersonen fachlich, organisatorisch und abrechnungstechnisch am Ball bleiben.
Der Wechsel zu TARDOC war aus unserer Sicht grundsätzlich sinnvoll – auch wenn er nicht für alle Dignitäten nur Verbesserungen bringt. Es wäre unrealistisch zu erwarten, dass ein Systemwechsel dieser Grössenordnung ausschliesslich Gewinner schafft. Für gewisse Fachrichtungen bedeutet TARDOC ganz klar Verschlechterungen, das darf
und soll man auch offen benennen.
Gleichzeitig war der Schritt notwendig. Das bisherige System war in vielen Bereichen nicht mehr zeitgemäss und hat die heutige medizinische Realität nur ungenügend abgebildet. Ein neues Tarifsystem schafft zumindest die Grundlage, um Leistungen transparenter, strukturierter und langfristig weiterentwickelbar abzubilden.
Die eigentliche Herausforderung beginnt jedoch jetzt. Entscheidend wird sein, dass jene Punkte, die sich in der Praxis als nicht gut gelöst erweisen, rasch, pragmatisch und ohne unnötige Hürden angepasst werden. Genau hier sehe ich noch einige Stolpersteine – insbesondere in den Entscheidungswegen und der Geschwindigkeit der Korrekturen.
Wenn es gelingt, Rückmeldungen aus dem Praxisalltag ernst zu nehmen und zeitnah in Anpassungen zu übersetzen, hat TARDOC das Potenzial, sich zu einem tragfähigen System zu entwickeln. Bleiben diese Korrekturen aus, wird die Akzeptanz leiden.
Ganz herzlichen Dank für Ihre Zeit, Frau Brandenberger.
Weitere Informationen und Termine finden sich unter tardoc.net/Sprechstunden