05. Februar 2026
18. Februar 2026
Die vorherige Praxis wurde 30 Jahre erfolgreich von meinem Schwiegervater geführt. Als sich abzeichnete, dass ich einen Facharzt in Allgemeine Innere Medizin anstrebe und er sich pensionieren lassen wird, hat sich die Nachfolgeregelung
organisch entwickelt und logistisch so perfekt ergeben.
Vorweg muss ich erwähnen, dass ich ein gewisses Autonomiebedürfnis besitze, weshalb ich eine eigene Praxis früh als Ziel definiert habe. Meine initiale Weiterbildung zum Facharzt für HNO am Universitätsspital Zürich habe ich nach eineinhalb Jahren abgebrochen, da der Teilbereich für mich fachlich zu eng war. Ich wollte mich auf den gesamten Menschen resp. das gesamte Spektrum der Medizin einlassen. Als die Entscheidung fiel, dass ich später selbst eine Hausarztpraxis führen wollte, war klar, dass ich die Praxis meines Schwiegervaters übernehmen möchte. Wieso sollte die Praxis geschlossen werden - oder «verloren gehen» - und ich eröffne irgendwann eine neue? Das hätte für mich keinen Sinn gemacht. Zudem fühlte ich mich den Patientinnnen und Patienten verpflichtet.
Einfach gesagt habe ich ein Auslaufmodell übernommen: Einzelpraxis mit einer leitenden MPA; Krankenakten auf Papier (inklusive Laborresultate); Räumlichkeiten mit der Notwendigkeit zur Sanierung. Die Besitzerin der Liegenschaft hatte bereits vor längerer Zeit angekündigt, dass das gesamte Haus einer Kernsanierung unterzogen und anschliessend Wohnraum geschaffen würde. Eine Zukunft hätten wir dort entsprechend sowieso nicht gehabt. Wir haben mitgenommen, was wir noch gebrauchen konnten.
Klar war es eine Chance. Das war der Moment, sich von der alten Praxis zu lösen und auf eigenen Beinen zu stehen.
Ich konnte Räumlichkeiten im Rohbau finden und somit den gesamten Innenausbau gestalten. Dazu konnten wir die
Infrastruktur nach heutigem Standard umsetzen. Weiter habe ich die Praxis vergrössert, da ich langfristig nicht in
einer Einzelpraxis arbeiten wollte. Vieles wäre am alten Standort nicht so einfach möglich gewesen.
Zu Beginn war das mehr ein Gefühl der Verpflichtung, damit die Patientinnen und Patienten weiter versorgt sind. Erst
im Verlauf wurde mir klar, wie viel Starthilfe der Patientenstamm bringt. Das gestaltete das Ganze deutlich einfacher
und schaffte eine finanzielle Knautschzone.
Ausgesprochen positiv. Wir haben jedoch schon früh versucht, die Patientinnen und Patienten auf den Wechsel vorzubereiten. Sicherlich hat dabei auch geholfen, dass man als Schwiegersohn der bisherigen Vertrauensperson
irgendwie automatisch als vertrauenswürdig beurteilt wird.
Das ausführliche Interview mit Dr. Vogel können Sie in der aktuellen Ausgabe des "Insiders" in Ihrem Loginbereich.