Wussten Sie, dass...
Die Wiesenburg in Berlin früher ein Wohnheim für Obdachlose war? Sie wurde 1896 - vor über 100 Jahren - gebaut. In der Zeit um 1870 zogen Tausende vom Land nach Berlin, um dort Arbeit zu finden. Es gab nicht genug Wohnungen. Wer doch eine Wohnung fand und seine Arbeit verlor und dann die Miete nicht mehr bezahlen konnte, wurde einfach rausgeworfen, denn Wohngeld gab es nicht.
Um diesen Menschen, zumindest zeitweise, ein Dach über dem Kopf zu bieten, wurde das Obdachlosenasyl in der Wiesenstrasse gebaut. Es gab ein Männer- und ein Frauenasyl mit fast 900 Betten für Männer und 400 Plätzen für Frauen. Jedes Jahr übernachteten dort über 300‘000 Menschen! Sie durften vier Nächte im Monat dort wohnen, konnten baden oder duschen und ihre Kleider waschen. Ausserdem bekamen sie etwas zu essen.
Es gab sogar einige berühmte Obdachlose, die in der Wiesenburg unterkamen: So lebte der Schuster Wilhelm Voigt, der berühmte «Hauptmann von Köpenick» eine zeitlang dort. Der Schriftsteller Hans Fallada verarbeitete seine Zeit in der Wiesenburg in seinem Buch «Wer einmal aus dem Blechnapf frisst».
Heute erscheint die Wiesenburg oft in Filmen, so wurden z.B. «Lili Marleen» oder «Die Blechtrommel» und viele «Tatorte» in der Wiesenburg gedreht.
Quellen
http://www.pankstrasse-quartier.de/Wedding-Entdeckungen.501.0.html

